Das Haus Huis’n

Eine kurze Geschichte unseres Ortes und Anwesens

Das Zugspitzdorf Grainau kann auf eine über 700jährige Geschichte zurückblicken. Das Dorf gehörte zur 1294 gegründeten reichsunmittelbaren Grafschaft Werdenfels, die das Gebiet von Mittenwald bis Wallgau und das obere Loisachtal bis Farchant umfasste. Landesherr war der jeweilige Fürstbischof von Freising bei München.

Grainau wurde erstmals im Jahre 1305 im Freisinger Urbar (Grund- und Besitzbuch) als “Gruenawe” genannt, was soviel wie “grüne Aue” bedeutet. Der Ort bestand aus zwei Dorfschaften: Ober- und Untergrainau. Beide Dorfschaften gehörten zum Untergericht Garmisch der zum Hochstift Freising zählenden ehemaligen Grafschaft Werdenfels. Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 gehören die Orte zu Bayern. 1937 erfolgte die Zusammenlegung zur Gemeinde Grainau. Heute besteht Grainau aus den Ortsteilen Obergrainau (wo sich das Haus Huis’n befindet), Untergrainau (DB-Bahnhof), Hammersbach, Schmölz und Eibsee. Unser Haus wurde 1604 erstmals urkundlich erwähnt und vermutlich auch zu dieser Zeit gebaut. Der bis heute gebräuchliche Hausname “Huis” ist auf den ersten bekannten Besitzer Matheus Lechner zurückzuführen.
Das “Huisn-Anwesen” war ein typisches Grainauer Bauernhaus: Giebelseitig in der Hausmitte die Tenneneinfahrt, seitlich davon der Wohnteil und auf der anderen Seite der Stall. Das Haus ist in seinen ursprünglichen Ausmaßen erhalten geblieben. Das heutige Gesicht erhielt das Haus durch verschiedene Umbauten. 1950 wurde ein Teil von Stall und Tenne zu einem Ladenraum (jetzt Wohnung) umgebaut, darüber entstanden Gästezimmer. Die Pension “Huis’n” wurde seit den frühen 50er Jahren in erster Generation von Franziska Buchwieser geführt und Anfang der 80er Jahre an ihre Tochter Johanna Grüner übergeben. Seit 2006 wird die Pension in dritter Generation von Verena Grüner weitergeführt.

[Quelle: Bär und Lilie, Grainau]

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